Aktuelle Ausgabe
2012-20

Integrative Kindertagesstätte St. Stephanus und St. Josef

Eltern finden Unterstützung

Ergotherapie für die Kinder mit Behinderung gehört zum Angebot der Tagesstätte St. Stephanus und St. Josef. Foto: Caritas

Dortmund-Nette. „Eltern behinderter Kinder brauchen Hilfe, sie sind häufig erschöpft und manchmal auch überfordert.“ Ursula Wimmer weiß, wovon sie spricht: Die Leiterin der integrativen Kindertagesstätte St. Stephanus und St. Josef bekommt täglich mit, mit welchen Problemen und Hürden diese Eltern konfrontiert werden. Seitdem die Tagesstätte vom Land als Familienzentrum zertifiziert worden ist, hat sie das Hilfs- und Beratungsangebot noch einmal erweitern können.

von Andreas Wiedenhaus

„Dieses Angebot ist aber nicht nur für die Eltern unserer Kinder gedacht“, erklärt die Leiterin der Caritas-Einrichtung. Jeder, der Fragen rund um die Familie habe, könne sich an die Einrichtung wenden; etwa, wenn es um die Pflege eines kranken Angehörigen gehe.
Die 12000 Euro, die ein Familienzentrum vom Land zusätzlich bekommt, sollen etwa für die Sozialrechts-Beratung verwendet werden. Viermal pro Jahr werden Anwälte einer auf Sozialrecht spezialisierten Kanzlei über Antragsverfahren informieren. Ursula Wimmer: „Die Kassen weigern sich manchmal, bestimmte Hilfsmittel zu bezahlen.“ Viele der 48 Kinder mit Behinderungen bräuchten zum Beispiel spezielle Sitzhilfen. Um ihre berechtigten Ansprüche in solchen Fällen durchzusetzen, seien die Eltern auf Spezialisten angewiesen. Nicht zuletzt die Konzeption der Tagesstätte als integrative Einrichtung habe den Ausschlag gegeben, sich als Familienzentrum zu bewerben und das rund einjährige Zertifizierungsverfahren anzugehen: „Wir versprechen uns davon auch eine Stärkung unserer Position.“ Denn die Wartelisten auf einen Platz für Kinder mit Behinderungen sind lang. Eltern müssen oft lange Wege in Kauf nehmen. Die heilpädagogischen Plätze der Einrichtung in Nette verteilen sich auf Kinder aus Dortmund, Lünen, Waltrop, Datteln, Castrop-Rauxel und Oer-Erkenschwick.
Beratung und Hilfe sollen, so Ursula Wimmer, immer wieder überprüft werden, um festzustellen, was wirklich gebraucht wird: „Gerade für uns ist es wichtig, das Angebot möglichst kurzfristig der Nachfrage und den Schwierigkeiten und Problemen anzupassen.“


22.05.2012
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