Caritasverband in Castrop-Rauxel blickt auf 40 Jahre zurück
Ein wichtiger Schritt

- Blickten zusammen mit zahlreichen anderen Gästen auf die Caritas-Arbeit in Castrop-Rauxel: Pfarrer Franz-Josef Eckert, Werner Czerwinski und Leni Kastrup als Gründungsmitglieder, Geschäftsführerin Veronika Borghorst, der Vorsitzende Heinz-Rudolf Berkenkopf und Bürgermeister Johannes Beisenherz (v. l.). Foto: Wiedenhaus
Castrop-Rauxel. „Wenn man sich anschaut, was daraus geworden ist, dann war die Entscheidung damals sicherlich richtig!“ Werner Czerwinski gehörte 1969 zu den Mitgliedern der Gründungsversammlung des Caritasverbandes für die Stadt Castrop-Rauxel. Leni Kastrup nickt: „Ein wichtiger Schritt, der an der Zeit war!“ Auch sie nahm damals als Vorsitzende der Caritas-Konferenzen an der Gründungsversammlung teil. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Gästen blickten die 88-jährige Leni Kastrup und der 82-jährige Werner Czerwinski zum 40-jährigen Bestehen des Verbandes zurück auf Vergangenes und natürlich auch auf das, was der Verband aktuell leistet.
von Andreas Wiedenhaus
Dabei ist der Ortscaritasverband eigentlich sogar noch älter: 1954 wurde dieser gegründet, allerdings als nicht eingetragener Verein. Dieser Schritt wurde erst 1969 vollzogen. „Deshalb ist dies auch das offizielle Gründungsdatum“, erläutert Veronika Borghorst, die Geschäftsführerin des Verbandes, den Hintergrund. Als eingetragener Verein, so Veronika Borghorst, mit der entsprechenden Rechtssicherheit habe sich der Verband dann den Aufgaben widmen können, die vor 40 Jahren „anstanden“.
Das war 1969 zuerst einmal die Arbeit mit geistig Behinderten. Bereits im Mai 1969 war nämlich in der „Villa Vogel“ eine Tagesbildungsstätte für geistig behinderte Menschen eingerichtet worden. „Ein wichtiges Feld damals“, sagt die heutige Geschäftsführerin: „Denn für geistig Behinderte gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal eine Schulpflicht.“
In der Lönsstraße wurde im Oktober 1970 die erste Geschäftsstelle eingerichtet. „Ein Büro mit zwei Zimmern“, erinnert sich Werner Czerwinski. Danach ging es „Schlag auf Schlag“: Der Umzug in die Räume am Castroper Kirchplatz, wo der Caritasverband noch heute zu finden ist, folgte sieben Jahre später. Die Zahl der Aufgabenbereiche, in denen sich der Verband engagierte stieg über die Jahr kontinuierlich an. Nach vier Jahrzehnten ist aus den Anfängen in dem kleinen Zwei-Zimmer-Büro der größte Sozialverband der Stadt Castrop-Rauxel geworden. Er beschäftigt 50 hauptamtliche Mitarbeiter und zählt 567 Mitglieder.
21 Seiten weist der Jahresbericht 2008 auf. Verglichen mit dem Beginn der Arbeit ist sie heute den aktuellen Anforderungen entsprechend wesentlich differenzierter. In den zahlreichen Diensten und Angeboten, so der Vorsitzende Heinz-Rudolf Berkenkopf, spiegele sich natürlich auch die soziale Situation wider: „Für diejenigen in unserer Gesellschaft, die sich selbst gar nicht oder nur sehr eingeschränkt helfen können, ist die Caritas heute wichtiger denn je.“
Die Bandbreite reicht dabei von ganz unmittelbarer Hilfe durch Einrichtungen wie die Suppenküche, Castroper Tafel oder die Kleiderkammer bis hin zur Vermittlungsstelle für ehrenamtliches Engagment, zur Bereuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen oder dem Ambulanten Hospizdienst. Hinzu kommen Angebote in der Jugend- und Erziehungshilfe oder der heilpädagogischen Förderung.






