Aktuelle Ausgabe
2012-20

Segensfeier für Neugeborene am St.-Rochus-Hospital in Castrop-Rauxel

Ein guter Start ins Leben

Freuen sich auf die erste Segensfeier im St.-Rochus-Hospital: Schwester Ingeborg Wilks (Krankenhausseelsorge), Dr. Michael Glaßmeyer (Chefarzt der Gynokälogie und Geburtshilfe), Kersten Brandt-Gösmann (Gemeindereferentin), Johannes Schoenen (Gemeindereferent) (v. l.). Foto: Piela

Castrop-Rauxel. Zur Segensfeier für Neugeborene lädt das St.-Rochus-Hospital ab der Osterwoche einmal wöchentlich – immer mittwochs um 14 Uhr – in die Kapelle des Krankenhauses ein. „Es ist wichtig, dass die Kinder einen guten Start ins Leben haben“, freut sich Schwester Ingeborg Wilks schon auf die Segnung der neuen kleinen Erdenbürger und fügt hinzu: „Das können eigentlich nur die Eltern machen, dass sie ihren Neugeborenen den Segen zusprechen.“ Damit soll der Beginn dieses neuen Lebens auch unter den besonderen Segen Gottes gestellt werden.

von Ingrid Piela

Das St.-Rochus-Hospital sei ein christliches Haus und Kinder ein Geschenk Gottes, so Schwester Ingeborg von der Krankenhausseelsorge. Doch weil es in jeder Religion eine Form des Segens gebe und jede Religion ein höheres Wesen habe, gilt das Angebot für alle Eltern, gleich welcher Religion sie angehören. Und es richtet sich nicht nur an die Frauen, die im St.-Rochus-Hospital ihr Kind zur Welt bringen, sondern an alle, die ihr Neugeborenes segnen möchten. Und alle, die möchten, können mitkommen, auch Angehörige und Gäste, nicht nur Oma und Opa.
Die Andacht, die keine Taufe ist, sieht vor, dass nach der Begrüßung ein Gebet gesprochen wird. Lesung, Fürbitten und Musik sind weitere Elemente und natürlich die Segnung des Kindes durch Vater und Mutter. Der Wortgottesdienst wird im Wechsel durch die Krankenhausseelsorge und des Teams aus Priester und Gemeindereferenten aus dem Pastoralverbund Casrop-Rauxel-Süd angeboten.
Schwester Ingeborg hat bereits die ersten werdenden Mütter angesprochen und weiß, dass sich einige schon sehr auf die Segensfeier freuen. Schwester Ingeborg: „Die Andachten sind so aufgebaut, dass jeder sich willkommen fühlt.“ Es sei ein katholisches Haus und das könne man auch zeigen. Doch letztlich gilt: „Jeder ist herzlich willkommen.“ 664 Babies erblickten im Jahr 2009 im St.-Rochus-Hospital das Licht der Welt, ein Drittel davon sind Muslime. Auch sie werden mit diesem Angebot angesprochen. Schwester Ingeborg ist davon überzeugt, dass auch Muslime mit ihren Familien die Einladung annehmen werden.
„Den Dialog zwischen den Religionen gibt es im Haus schon lange“, verweist auch Dr. Michael Glaßmeyer auf die gute Praxis im St.-Rochus-Hospital. So gebe es hier bereits seit Jahren einen Abschiedsraum, der auch von Muslimen genutzt werden könne für die Waschungen der Verstorbenen.
Das Segnen sei älter als die Taufe, so der Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe,  es scheine ein Urbedürfnis zu sein, das es in allen Religionen gebe. Gemeindereferentin Kersten Brandt-Gösmann sieht in dem neuen Angebot auch ein wichtiges Zeichen und einen wichtigen Schritt für den interreligiösen Dialog.
Und wie ein Motto steht über der Segensfeier für Neugeborene ein Vers des Sängers Reinhard Mey: „Freundliches Bündel, willkommen, herein, möge das Leben hier gut zu dir sein!“


22.05.2012
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