Soester St.-Patrokli-Choristen feiern 125-Jähriges und laden alle Interessierten zum Mitgestalten ein
Ein Denkmal zum Domchor-Jubiläum
Soest. Die Chorgemeinschaft sei toll, „Dazukommende“ würden sofort integriert. Und auch wenn das Engagement mittlerweile nicht mehr unbedingt wie einst von Generation zu Generation weitergegeben werde, so sind junge Soester offenbar dennoch und vor allem auch heute noch immer für den Chorgesang zu begeistern. Das zumindest beweist der Soester St.-Patrokli-Domchor, der in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag feiert. Im Gespräch mit der Redaktion verraten Chorleiter Stefan Madrzak, Wilfried Schulte und die Vorsitzende Gabriele Reilmann derweil, dass nicht nur die musikalischen Vorbereitungen auf Hochtouren laufen.
von Stefan Niggenaber
Selbstverständlich habe man sich für das Jubiläumsjahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen, versichert Chorleiter Stefan Madrzak. Musikalisch gehe es hoch her, mit einem umfangreichen Festprogramm wolle man in jedem Monat ganz unterschiedliche Akzente setzen. Ein paar ganz besondere Highlights möchte der Dirigent jedoch herauspicken, „sozusagen, um einen kleinen Vorgeschmack zu geben“, sagt er: So locke bereits am Samstag, 2. April, ein Stimmtraining mit dem international gefragten Obertonsänger Wolfgang Saus aus Aachen in die Domstadt am Hellweg. Alle Interessierten seien dazu gegen eine freiwillige Gebühr von 10 bis 18 Uhr in den Soester Gropper-Saal eingeladen.
Am Sonntag, 3. Juli, stehe dann auch schon der große Festakt zum 125-jährigen Jubiläum auf dem Programm. „Dazu wird es eine Uraufführung der Missa Regina Caeli geben“, kündigt der Chorleiter stolz an – op. 105 für Blechbläser, Chor und Orgel des italienischen Komponisten Eugenio Maria Fagiani, mit anschließendem Festakt im Gropper-Saal. Ein weiteres Highlight möchte der Soester Domchor am Sonntag, 20. November, ab 11 Uhr präsentieren. Dann nämlich gestalten die Soester Choristen die große Festmesse zum Christkönigstag mit der legendären Krönungsmesse von W.A. Mozart. Zwischendurch locken immer mal wieder musikalische Angebote nach Soest, einen kompakten Überblick über die vielfältigen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr geben die Internetseiten des Soester Domchores unter www.patrokli-domchor.de.
Doch nicht nur musikalisch geht es im Jubiläumsjahr hoch her, auch inhaltlich haben die Soester Choristen in den vergangenen Wochen und Monaten Ausgefallenes auf die Beine gestellt. So gibt eine 72-seitige Festschrift einen Einblick in die Geschichte des St.-Patrokli-Domchores. Erscheinen wird diese – Stand der Dinge – vorerst in einer Erstauflage von 250 Stück. Ein künstlerisches Denkmal wird dem geschichtsträchtigen Domchor zum 125. Geburtstag ebenfalls gesetzt. Der heimische Künstler Fritz Risken, selbst jahrelang als Chorleiter tätig, hat dazu den „Sänger von St. Patrokli“ erschaffen. In einer limitierten, handsignierten Auflage von 150 Stück bieten er und der Domchor den Soester „Sänger“ als Radierung im Format 27 mal 38 Zentimeter an. Gleichzeitig schuf Fritz Risken eine Stahlskulptur selben Namens. Eine Ausfertigung in verschiedenen Wunschgrößen ist dabei möglich und ebenfalls über den Soester Domchor zu erwerben. Wenn Interesse an einer Radierung oder Skulptur besteht, stellt Wilfried Schulte unter Tel. 02921/15775 gern einen Kontakt her.
Neben der Gestaltung der kirchlichen Hochfeste im Jubiläumsjahr möchte der Chor auch noch durch gezielte Projekte im Verlauf des Jahres allen Interessierten die Möglichkeit bieten, sich eine Zeit lang an der Probenphase des Domchores zu beteiligen. So stehen fünf Projekte „zum Reinschnuppern“ auf dem Programm: Bereits am Sonntag, 27. März, startet ab 11 Uhr ein Auftritt bei einer Familienmesse unter dem Titel: „Der Domchor goes Gospel“. Auf dem Programm stehen dabei deutsch- und englischsprachige Werke. Weiter geht es mit einem Stimmcoaching mit Claudia Lawong am Samstag, 2. April, von 10 bis 16 Uhr. Chorwerke des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Chorimprovisationen sollen in der Karfreitagsliturgie am Freitag, 22. April, ab 15 Uhr auf dem Programm stehen. Neben der Motette „Christus factus est“ von Anton Bruckner und dem experimentellen „Immortal Bach“ des Skandinaviers Knut Nystedt erklingen auch chorgebundene Chorimprovisationen. Über die Uraufführung der Missa Regina Caeli sowie dem Festhochamt zu Christkönig hinaus sind Interessierte zu einer Schnupperprobe, jeweils donnerstags von 20 bis 22 Uhr, in den Gropper-Saal im Patroklus-Haus eingeladen.







