Beim Ordenstag im Bergkloster Bestwig stand die Vielfalt im Mittelpunkt
Ein Beitrag zur Integration

- Traditionelle Begrüßung: Sr. Edith von den Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus aus Kloster Grafschaft überreicht Benediktiner-Abt Dominicus Meier aus Königsmünster Brot und Salz. Foto: Wiedenhaus
Bestwig/Erzbistum (-haus). Ein buntes Bild der kulturellen Vielfalt in den Ordensgemeinschaften des Erzbistums zeichnete der diesjährige Ordenstag im Bergkloster Bestwig: 330 Ordensleute aus 18 Nationen trafen sich im Kloster der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel.
Eine ganz besondere Stimmung herrscht an diesem Samstagnachmittag im Atrium des Bergklosters Bestwig: Der Duft von frisch gebackenen Waffeln mischt sich mit dem vieler anderer Köstlichkeiten, Musik erklingt, fröhliches Lachen ist zu hören. Gesäumt ist der Innenhof von der Farbenpracht zahlreicher Nationalflaggen.
„Herzlich willkommen, probieren Sie!“ Sr. Edith von den Barmherzigen Schwestern des hl. Karl Borromäus aus Kloster Grafschaft reicht dem Besucher Brot und Salz. Dann weist sie lächelnd auf das Gebäck neben ihr auf dem Tisch: „Bedienen Sie sich!“ Nicht nur Brot und Süßigkeiten sind Zeugnisse ihrer rumänischen Heimat, in einem Album hat sie viel Wissenswertes über das Land, aus dem sie vor einigen Jahren nach Deutschland kam, zusammengefasst. Der kleine Stand der Gemeinschaft ist liebevoll mit Trachten und Volkskunst dekoriert.
So wie die aus Rumänien stammenden Schwestern präsentieren sich auch die anderen Ordensgemeinschaften an diesem Tag im Bergkloster. „Die kulturelle und spirituelle Vielfalt ist einfach überwältigend“, fasst Schwester Pia Elisabeth Hellrung, die Vorsitzende der Paderborner Ordenskonferenz ihre Eindrücke zusammen. Die Ordenskonferenz ist Veranstalter des Tages, der in diesem Jahr von Schwestern aus Indien mitorganisiert wurde.
Dabei, so Schwester Hellrung, sähen die zahlreicher werdenden Ordensleute aus anderen Ländern auch eine wichtige Aufgabe darin, einen Beitrag zur Integration anderer Kulturen zu leisten.
Dass die Ordensgemeinschaften für das Glaubensleben in Zukunft noch wichtiger werden, hatte Weihbischof Matthias König in seiner Begrüßung zu Beginn des Ordenstages festgestellt und ebenfalls deren kulturelle Vielfalt hervorgehoben: „Uns im Erzbistum geht es ähnlich wie Schneewittchen: was die Reichhaltigkeit ausländischer Gemeinschaften aus anderen Kulturen angeht, sind wir erst in den letzten Jahren wachgeküsst worden.“
Ihren spirituellen Ausdruck findet die Vielfalt der Kulturen dann beim Abschlussgottesdienst in der Klosterkirche: Er wird nach dem syro-malabarischen Ritus gefeiert. Dieser gehört neben dem syro-malankarischen Ritus und dem römischen Ritus zu den drei Riten der katholischen Kirche in Indien. Er ist tief in der indischen Kultur verwurzelt und reich an Gesten und Bräuchen.






