Für die Fahrer der Bischöfe gab es bei der Vollversammlung ein eigenes Besichtigungs-Programm
Die „Steuermänner“ der Oberhirten

- Fachmännischer Blick unter die Haube: Roman Dolecki aus dem Erzbistum Köln, Martin Colberg aus Hamburg, der Paderborner Dietmar Hoffmann und Karl Dürgner aus dem Erzbistum München und Freising (v. l.).
Paderborn. Statt selbst hinter dem Steuer zu sitzen, konnten sich die Fahrer der Bischöfe und Weihbischöfe am Rande der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Paderborn ein wenig entspannen: Für sie gab es während des viertägigen Treffens an der Pader ein eigenes Besuchs- und Besichtigungsprogramm.
von Andreas Wiedenhaus
„Mensch, ein Ro 80!“ Die blaue Limousine aus den 1960er-Jahren mit der für damalige Zeiten revolutionären Technik im Eingangsbereich des Heinz-Nixdorf-Museumsforums bleibt nicht lange unentdeckt: Schnell ist das Auto aus dem Privatbesitz von Firmengründer Heinz Nixdorf umlagert, fachmännische Blicke werden unter geöffneter Motorhaube auf den Wankelmotor geworfen. Auch die Anekdote, dass sich die Fahrer des für seine Anfälligkeit bekannten Autos grüßten, indem sie mit den Fingern signalisierten, den wievielten Austauschmotor sie gerade fuhren, ist schnell erzählt.
„Natürlich ist Technik bei uns immer irgendwo mit im Spiel“, erklärt Bernd Kleinschlömer, Fahrer aus dem Paderborner Generalvikariat, „etwa, wenn es um Navigationssysteme oder andere Neuerungen geht, die uns die Arbeit erleichtern.“ Aber das sei nur ein Thema unter vielen: „Die Frühjahrsvollversammlungen sind immer so eine Art Jahrestreffen unter guten Kollegen.“ Viele der Fahrer machen ihre Arbeit schon seit Jahrzehnten, sie sind ein absolut verlässlicher „Steuermann“, wenn es darum geht, den „Chef“ pünktlich und sicher ans Ziel zu bringen. Entsprechend familiär geht es bei den Treffen zu. Aber am heutigen Nachmittag steht die Technik wirklich im Mittelpunkt: Der Besuch im Heinz-Nixdorf-Museumsforum zeigt die unzähligen Aspekte der Computerwelt.
Zuvor hatten die 40 Bischofsfahrer bereits eine Besichtigung der Benteler-Werke absolviert. Begonnen hatte das Programm natürlich mit einer umfangreichen Führung durch die über 1 200-jährige Geschichte der Bischofsstadt an Deutschlands kürzestem Fluss. „Zusammengestellt wird das Besuchsprogramm vom einladenden Bistum“, erläutert Dietmar Hoffmann, ebenfalls Fahrer aus dem Paderborner Generalvikariat. Aber einen Wettbewerb nach dem Motto: „Wer bietet mehr?“ gebe es nicht, erklärt er weiter: „So ein Konkurrenzkampf würde nicht zu uns passen, dafür kennen wir uns alle viel zu gut.“ Nur abwechslungsreich sollen die Tage verlaufen. Und die Geselligkeit darf dabei auch zu ihrem Recht kommen – etwa bei einer Brauereibesichtigung. „Sonst gilt für uns die Null-Promille-Grenze, aber hier werden wir ja gefahren“, lacht einer aus der Gruppe. Während die persönlichen Fahrer der Konferenzteilnehmer also Pause hatten, sorgten Kollegen mit „größeren Autos“ dafür, dass die Bischöfe und Weihbischöfe angesichts des vollen Programms mit Sitzungen, Presseterminen und Gottesdiensten ihr jeweiliges Ziel sicher und pünktlich erreichten: Der „PaderSprinter“ machte als Shuttlebus zwischen den verschiedenen Veranstaltungsorten seinem Namen alle Ehre. Die Niederflurtechnik der modernen Busse ermöglichte den Würdenträgern nicht nur einen bequemen Ein- und Ausstieg, sondern sorgte auch dafür, dass das Ein- und Ausladen der Koffer mit den nicht unbedingt leichten liturgischen Gewändern kein Problem war.






