Aktuelle Ausgabe
2012-20

Schüler der Droste-Hülshoff-Realschule stellen Kunstwerke in der JVA Castrop-Rauxel aus

Die Liebe schlägt eine Brücke

„Kunst im Knast“: Diakon Beda Breiding, Pfarrer Thomas Zumholte, Katrin Wickern, Antje Neumann, Monika Przybyla und Pastor Ulrich Gröne haben gemeinsam die Ausstellung in der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel möglich gemacht. Foto: Wiedenhaus

Castrop-Rauxel/Kirchlinde. „Vorsicht Liebe“, warnt das Schild am Anfang der Kunst-Ausstellung in der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel. „Irgendwie passte das in mehrfacher Hinsicht“, erinnert sich Monika Przybyla an die ersten Begegnungen in der JVA: „Alle waren zuerst vorsichtig und zurückhaltend.“ Sie gehört zu den 15 Schülerinnen und Schülern der Droste-Hülshoff-Realschule in Dortmund-Kirchlinde, die ihre Werke zum Thema „Vorsicht Liebe“ in der JVA Castrop-Rauxel ausgestellt haben.

von Andreas Wiedenhaus

Die Berührungsängste sind aber längst vergessen. „Das ging ganz schnell“, erinnert sich Pastor Ulrich Gröne, der katholische Seelsorger in der JVA: „Bei der Eröffnung haben sich alle Beteiligten – Schüler und Gefangene – erst noch vorsichtig beäugt.“ Schließlich hätten sich aber so intensive Gespräche ergeben, „dass wir fast mit Gewalt Schluss machen mussten“.
An diesem späten Nachmittag finden zuerst nur vereinzelt Gefangene den Weg in die Ausstellung: Noch eine selbstgedrehte Zigarette vor der Tür und dann eine erste Runde durch die Ausstellung mit ihren Bildern, Fotos, Gedichten und anderen Wortbeiträgen. Neben Monika Przybyla sind heute noch Katrin Wickern und Antje Neumann aus der Schülergruppe nach Castrop-Rauxel gekommen. Die drei aus der 9. und 10. Klasse werfen zuerst einen Blick in das Gästebuch. Dort haben die Gefangenen die Möglichkeit, Meinungen und Gedanken zum Thema aufzuschreiben.
Doch nicht nur das: Sie können auch selbst zu Pinsel oder Farbstift greifen. Wie die beiden, die gerade durch die Reihe mit den Staffeleien schlendern. Beide sind von der Ausstellung sehr angetan. Zum einen wegen des Themas. „Das geht doch jeden etwas an, und erst recht, wenn man hier sitzt“, bringt einer der beiden seine Eindrücke auf den Punkt. Auf der anderen Seite finden beide es toll, dass „man hier drin nicht vergessen ist“.
Neben Ulrich Gröne sind noch Diakon Beda Breidung als Seelsorger des katholischen Krankenhauses Dortmund-Kirchlinde und Pfarrer Thomas Zumholte von der evangelischen Kirche „mit im Boot“ – und nicht zuletzt die Lehrerin Katharina Krings.


22.05.2012
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