Aktuelle Ausgabe
2012-20

Erster KITAG der Träger-GmbHs im Erzbistum Paderborn

Die Kita als pastoraler Ort

Frieda Braun setzte den Schlusspunkt. Sie rief die GmbH-Leitungen auf die Bühne – doch nicht, um sich vorzustellen, sondern um wegzuräumen, was sie aufgebaut hatten: die Info-Stände.Foto: Nückel

Paderborn. Den ersten KITAG, also einen Tag der Kindertageseinrichtungen, veranstalteten die neuen Trägergesellschaften am vergangenen Samstag in Paderborn. Fast 400 Erzieherinnen und Erzieher, Verantwortliche aus Gemeinden und Pastoralverbünden sowie aus den gemeinnützigen Träger-GmbHs waren in die Bischofsstadt gekommen. Thematisch im Mittelpunkt stand die Kita als pastoraler Ort.

von Matthias Nückel 

„Für uns Christen sind Erziehung und Bildung seit jeher ganz zentrale Anliegen“, betonte Weihbischof Manfred Grothe. Und er fügte in seiner Predigt beim Gottesdienst zum Auftakt des KITAGs im Paderborner Dom hinzu: „Zum einen aus Verantwortung für die nachwachsende Generation, zum anderen aus der Verantwortung für diese Erde, diese Welt.“ Diese Erziehung jedoch könne nicht wertfrei sein, machte der Weihbischof deutlich. Denn: „Die Kinder haben auch einen Anspruch darauf, den Mitmenschen als konkreten, greifbaren, eindeutigen Menschen zu erleben.“

Eine wesentliche Rolle kommt nach Grothes Worten den Erzieherinnen zu. Sie müssten unterstützt werden, damit sie in der Lage seien, „den Kindern und ihren Familien glaubwürdige Zeugen Gottes in dieser Welt zu sein“.

Dass der Glaube die ganze Einrichtung durchdringen müsse, stellte auch Professor Dr. Ralf Haderlein in seinem Vortrag in der Paderhalle heraus. In der Kita werde der Glaube bezeugt und gefeiert. Deshalb seien die Erzieherinnen auch wichtige pastorale Mitarbeiterinnen.

Kurzweilig und auf unterhaltsame Weise stellte Haderlein die Kita als Klammer des kirchlichen Lebens in der Gemeinde oder im Pastoralverbund dar. Darin sieht er eine Chance. Deutlich wandte sich der Professor der Fachhochschule Koblenz gegen Schwarzmalerei: „Die Kirche hat eine Chance zu wachsen, wenn sie die pastorale Herausforderung annimmt.“

So nannte auch der Leiter der Hauptabteilung pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat, Monsignore Thomas Dornseifer, die Kitas „zentrale Orte der Familienpastoral in unseren Gemeinden und Pastoralverbünden“. Die Kitas setzten um, was in den Leitlinien des Erzbistums zur Ehe- und Familienpastoral deutlich betont werde, „nämlich die Familien in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen und Lebenslagen verlässlich zu begleiten und ihnen als Partner zur Seite zu stehen“.

Wie die anderen Redner nahm Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig die Träger der Kitas in die Pflicht. Die Trägerverantwortung beschränke ich nicht auf die Verwaltung, sondern sie sei auch Verantwortung für die Gestaltung der Arbeit und des Geistes der Einrichtung.

Den humoristischen Schluss-punkt der Veranstaltung setzte Frieda Braun, die nicht nur das Erzieherinnenleben auf die Schippe nahm.

Am Ende hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Gefühl, das Msgr. Dornseifer schon bei seinem Grußwort auf den Punkt gebracht hatte: „Es tut gut, in dieser großen Gemeinschaft zu spüren, dass wir uns gemeinsam auf den Weg machen, zum Wohle der Kinder und Familien.“

Info

Im Erzbistum Paderborn gibt es sieben gemeinnützige GmbHs als Träger von Kindertageseinrichtungen, und zwar für die Bereiche Hellweg, Hochsauerland-Waldeck, Hochstift, Minden-Ravensburg-Lippe, Östliches Ruhrgebiet, Ruhr-Mark und Siegerland-Südsauerland. Das Amt der Geschäftsführer haben die Geschäftsführer der jeweiligen Gemeindeverbände inne. Darüber hinaus hat jede Kita gemeinnützige GmbH eine Pädagogische Leitung. Immer mehr Gemeinden entschließen sich dazu, ihre Kindertageseinrichtung unter das Dach der GmbH zu bringen.

 


22.05.2012
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