Aktuelle Ausgabe
2012-20

20 Ehrenamtliche engagieren sich am Iserlohner St.-Elisabeth-Krankenhaus

Die „Grünen Damen“ tragen Weiß

Zeit mitbringen für die Patienten – dieses Ziel haben sich die „Grünen Damen“ am Iserlohner Elisabeth-Hospital gesetzt. Foto: privat

Iserlohn. Die Zahl derjenigen, die bei einem Krankenhausaufenthalt auf sich allein gestellt sind, nimmt weiter zu. Seit nunmehr über 20 Jahren kämpfen am St.-Elisabeth-Krankenhaus in Iserlohn die „Grünen Damen” gegen dieses Problem an.

von Burkhard Granseier

Einfach ein offenes Ohr und etwas Zeit für die Patienten haben – das ist ihre Aufgabe. 19 Damen und ein Herr haben sich diesem Auftrag verschrieben und sorgen dafür, dass werktäglich alle Stationen des St.-Elisabeth-Krankenhaus mit diesen freiwilligen Helfern besetzt sind.
Die Bezeichnung „Grüne Damen” beruht auf den grünen Kitteln, die sie von den anderen Mitarbeitern auf den Stationen des Krankenhauses unterscheidet. In Deutschland hat sich der Begriff „Grüne Damen” seit Anfang der siebziger Jahre – in Anlehnung an die „Pink Ladies“ aus den USA – etabliert.
Das Elisabeth-Hospital bildet allerdings in optischer Hinsicht eine Ausnahme. Dort tragen die ehrenamtlichen Helfer weiße Kittel. „Als sie ihre Arbeit im Elisabeth-Krankenhaus begannen, trugen bei uns die Putzfrauen grüne Kittel“, erinnert sich Norbert Henning, der damalige Pflegedienstleiter. Heute ist der Iserlohner der einzige „grüne Herr“ neben 19 Damen. „Wir sehen unseren Dienst als Ergänzung zur professionellen Arbeit in einem Krankenhaus“, erzählt Gertrude Häufler, die die „Grünen Damen“ am Elisabeth-Hospital vor über 20 Jahren gegründet hat und auch noch heute leitet.
Im September 1988 nahmen sechs Damen und ein Herr am Elisabeth-Hospital diesen Dienst auf. Sie hatten sich auf Initiative des damaligen Rendanten Werner Siepermann zusammengefunden und die ehrenamtliche Krankenhaushilfe gegründet. „Damals hatte eine Krankenschwester noch mehr Zeit für die Betreuung der Patienten“, erzählt Gertrude Häufler. Doch mittlerweile sei das Aufgebenfeld der Krankenschwester größer geworden.
Dadurch komme der persönliche Kontakt zum Patienten manchmal etwas zu kurz. „Aus unserem Alltag ist diese Krankenhaushilfe nicht mehr wegzudenken“, ist Pflegedirektor Thomas Mende froh, dass er sich in Zeiten von Personaleinsparungen, auf seine „Grünen Damen“ im Elisabeth-Hospital verlassen kann.
Geändert hat sich im Laufe der Jahre auch die Aufenthaltsdauer der Patienten. Diese sind reduziert worden, sodass die ehrenamtlichen Helfer nicht mehr eine so intensive Beziehung zum Patienten aufbauen können.
Doch es hat sich für die „Grünen Damen“ auch ein neues Feld aufgetan. Die Zahl der Obdachlosen, die betreut und versorgt werden, ist stark gestiegen. Geblieben ist aber die enorme Dankbarkeit der Patienten.
„Das bereitet uns natürlich sehr viel Freude. Die Begegnung mit dem Menschen ist für uns immer wieder eine neue Motivation. Wir geben nicht nur, wir bekommen auch viel zurück“, gehen Gertrude Häufler und ihre Mitstreiter mit unverminderten Engagement ihrer Arbeit nach.


22.05.2012
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