Kirche Herz Jesu in Bielefeld-Brackwede ist nach Renovierung wieder offen
Die Erfüllung (fast) aller Wünsche
Bielefeld-Brackwede. Die Sonne scheint durch die neuen Fenster und taucht die Kirche Herz Jesu in Bielefeld-Brackwede in sanftes, gelbes Licht. Die neuen Kirchenfenster sind die wohl augenfälligste Veränderung der just abgeschlossenen Renovierung des Gotteshauses. An diesem Samstag, 13. Dezember, kann sich die Gemeinde bei einem Festgottesdienst zur Wiedereröffnung von dem Ergebnis der Sanierung selbst überzeugen.
von Ruth Lakenbrink
„Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagt Pfarrer Günter Faust und blickt sich prüfend in der 1953 erbauten und ein Jahr später geweihten Kirche um. Zwar ist noch nicht alles fertig, ein dritter und letzter Bauabschnitt soll für weitere Verschönerungen sorgen, doch das Gros an Arbeiten, das auch vom Erzbistum Paderborn finanziell mitgetragen wird, ist gemacht. In zwei Bauabschnitten wurden die zwei Kaminzüge stillgelegt, da es dort immer wieder zu Feuchtigkeitsschäden kam, und ein neuer Schonstein aufgebaut. Die durch die Feuchtigkeit entstandenen Versottungsschäden mussten beseitigt werden.
Die durch Heizung und Kerzenruß verdreckten Wände und Decken wurden gründlich gereinigt und neu gestrichen. Dabei wurde auch ein neues, helles Farbkonzept, mit Weiß- und Beigetönen sowie einem dunklen Rotbraun als Akzentfarbe umgesetzt. Der Fußboden wurde gereinigt und neu versiegelt sowie für die gesamte Kirche ein neues Lichtkonzept entwickelt. Optisch umgestaltet und mit einem eigenen Rauchabzug versehen wurde die Anbetungskapelle. Die Kirchenbänke wurden überarbeitet und bekamen eine neue Polsterung. Die Treppe zum Pfarrhaus sowie die große Außentreppe hatten massive Frostschäden und bargen dadurch ein großes Unfallrisiko für die Besucher. Jetzt ist alles wieder trittsicher.
„Schon seit ein paar Jahren wünschen wir uns Buntglasfenster“, erklärt Pfarrer Faust. Nun hat sich der Wunsch, zumindest erst einmal teilweise, erfüllt. Fünf Buntdoppelfenster der Künstlerin Gabi Weiss zieren das Hauptschiff der Kirche. Sie zeigen Christi Geburt, die Zachäus-Geschichte, die Fußwaschung, das Abendmahl sowie die Kreuzigung. In jedem Fenster findet sich neben der biblischen Szene auch ein symbolischer Bezug zum Alltag sowie zur Gemeinde in Form einer Vorsatzscheibe mit betenden, helfenden und umarmenden Händen.
Für die Fenster im Chorraum, in der Seitenkapelle, oberhalb des Seitenschiffs und auf der Orgelbühne gibt es zwar ein Gesamtkonzept, das die Symbolik des Herz Jesu, der Liebe Gottes, der bereits fertigen Fenster weiterführen soll, allein das Geld fehlt bislang.
Mit gut 270000 Euro musste sich die Gemeinde bisher an den Gesamtkosten von rund 520000 Euro beteiligen. Die restlichen Fenster sowie eine dringend benötigte neue Orgel würden noch einmal mindestens 165000 Euro kosten, die nur von der Gemeinde aufgebracht werden müssten. Sollte sich die Gemeinde statt für die „günstige“ Variante, eine gebrauchte Orgel aus Dorsten zu kaufen, für ein neues Instrument entscheiden, lägen die Kosten noch einmal deutlich höher.
„Das Spendenaufkommen ist zurzeit sehr gut“, erklärt Pfarrer Faust optimistisch. Und dann wäre da noch der ganz spezielle Wunsch der Frauengemeinschaft: ein Mann für Hedwig, die bislang einzige geschnitzte Heiligenfigur in der Kirche, soll her. Bartholomäus soll es sein, nach dem Namensgeber der evangelischen Nachbargemeinde, die die Katholiken während der Renovierungsarbeiten bei sich aufgenommen hat.







