Aktuelle Ausgabe
2012-20

Pater Ralf Preker über seine Arbeit als Wallfahrtsleiter bei der Mutter Gottes in Werl

Die Basilika ist niemals leer

Mit Inbrunst intonierten die Gläubigen in der Werler Wallfahrtsbasilika „Salve Regina“ zur Eröffnung des Gottesdienstes, in dem Erzbischof Hans-Josef Becker (Mitte) die Wallfahrt 2009 eröffnete.Foto: Vieler

Werl. Natürlich sei es eine riesige Umstellung gewesen. Das gibt Pater Ralf Preker mit Blick auf seine erste Saison als Wallfahrtsleiter in Werl ganz unumwunden zu. Viel Freude habe ihm die Arbeit dennoch gemacht. Und so geht der 61-Jährige  auch positiv gestimmt in die erste von ihm selbst verantwortete Wallfahrtszeit in Werl. Die wurde in der vergangenen Woche vom Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker in einem Pontifikalamt eröffnet.

von Birger Berbüsse

2008 war Pater Ralf noch auf einen „fahrenden Zug“ aufgesprungen, wie er es damals zum Amtsantritt im Gespräch mit dem DOM beschrieb. Das Programm hatte damals noch Pater Werner in der Vakanzzeit nach Pater Urbans Abschied erstellt. „Da war schon richtiges Managment gefragt“, sagt der Werler Wallfahrtsleiter und verweist auf die unzähligen Termine und „Kleinigkeiten, an die man denken muss“. Er sei aber dann doch ganz gut reingekommen. Dies sei vor allem seinen zahlreichen Helfern zu verdanken, also den Ministranten, Organisten, Kollektanten und natürlich dem Küster Bruder Philipp. Viel Freude hätten ihm zudem der Kontakt zu den Pilgergruppen und einzelnen Besuchern gemacht. „Denn die Begegnung mit Menschen“ ist dem gebürtigen Werler ungeheuer wichtig. Manchmal sei zwar nur Zeit für Fünf-Minuten-Gespräche gewesen, die dafür aber sehr nachhaltig gewesen seien.
Einen ganz besonderen Eindruck hat auch das Patronatsfest hinterlassen. Denn es sei schon viele Jahre her, dass er dabei gewesen sei, so Pater Ralf, der als Kind Messdiener in der Basilika war. Doch auch die Fußwallfahrten sind ihm sehr im Gedächtnis haften geblieben. „Mit welchem Ernst und Engagement die vielen jungen Menschen dabei waren, das hat mir schon sehr imponiert“, zeigt er sich immer noch beeindruckt. Wie auch von den vielen stillen Betern, die einfach so kämen. Die Basilika sei wirklich niemals leer, sagt Pater Ralf, „das kann ich sagen ohne zu lügen!“ Das Gnadenbild zu Werl sei auch weiterhin ein großer Anziehungspunkt.
Und so freut er sich auch in diesem Jahr auf die vielen zehntausend Menschen, die seit dem 1. Mai wieder zur Muttergottes in der Basilika pilgern. Mit der Hoffnung, dass es wieder Zeit für Begegnung und Kontakt wie in seiner ersten Saison geben wird. Ganz wichtig ist für den Franziskaner aber noch etwas anderes: „Wallfahrtsgottesdienste sind eine große Chance der Verkündigung“, sagt er. Deshalb sei auch die inhaltliche Vorbereitung immens wichtig. Er selbst wolle möglichst viele der Messen und Andachten halten, aber natürlich seien auch seine Mitbrüder sehr engagiert. An manchen Tagen übernehmen ohnehin Bischöfe diese Aufgabe. Dazu gehören natürlich die Paderborner. Aber auch der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sowie die Kardinäle Joachim Meisner und Georg Sterzinsky haben ihr Kommen angekündigt. „Da sind wir schon glücklich, wenn solch prominente Namen uns besuchen“, zeigt sich Pater Ralf erfreut. Und blickt schon mal zwei Jahre weiter, wenn Werl sein 350-jähriges Wallfahrstjubiläum feiert: „Dann wird sicherlich jeden Sonntag ein Bischof bei uns sein“, verspricht er.
Den Anfang in diesem Jahr machte Erzbischof Hans-Josef Becker. In seiner Predigt nannte er es ein „Gnadengeschenk“ für die Erzdiözese Paderborn, sich vor dem Muttergottesbild von Werl zu versammeln und sich der Fürsprache Mariens anzuvertrauen. Zu den Wallfahrern, die aus dem ganzen Erzbistum in die vollbesetzten Basilika gekommen waren, sagte er: „Sie sind es, die die Anliegen der Menschen unserer Diözese zusammen mit dem Erzbischof auf die Fürsprache Mariens zu Gott tragen.“ Während des Pontifikalamtes entzündete Erzbischof Becker die Wallfahrtskerze, die neben dem Werler Gnadenbild steht. Damit wurde die Wallfahrtszeit 2009 offiziell eröffnet.



Ausgewählte Termine
4. und 5. Juli: Patronatsfest „Mariä Heimsuchung“;
15. August: Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“;
1. November Pontifikalamt zum Abschluss der Wallfahrtszeit


22.05.2012
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