Kommentar
Deutschland will helfen
Besonders in der Zeit bis Weihnachten sind die Spendensammler aktiv. Neben den professionellen Hilfsorganisationen kommen immer mehr von Medien organisierte Spendenaufrufe hinzu. Durchaus mit wachsendem Erfolg, wie die aktuellen Zahlen belegen.
Christian Schlichter (45) ist Chefredakteur des DOM
Es ist gigantisch, was die Menschen in NRW in den vergangenen Wochen getan haben. Die vorweihnachtliche Spenden-Aktion der Privatradios „Lichtblicke“, räumte großformatig in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro ab. Daneben spendeten viele Menschen auch bei den Aktionen ihrer Tageszeitungen. Allein das Westfälische Volksblatt mit Hauptsitz in Bielefeld sammelte über 200 000 Euro für ein Kinderhospiz. Damit aber noch nicht genug. Neben den Weihnachts-Kollekten für die bischöfliche Aktion Adveniat hielten die Katholiken ihre Taschen selbst nicht geschlossen, als jetzt Anfang Januar die Sternsinger an den Türen klingelten.
Deutschland ist in der Krise, an pessimistischen Nachrichten mangelt es nun wahrlich nicht. Und neben der Krise werden täglich neu allerlei Verrohungen der gesellschaftlichen Sitten beklagt.
Da ist die Hilfsbereitschaft der vergangenen Wochen eine positive Nachricht, die viel von dem Pessimismus aufwiegt, mit dem uns die Medien sonst so konfrontieren. Deutschland will helfen, die Menschen spenden und geben von ihrem Ersparten oder Verdienst ab. Das ist eine doppelt gute Nachricht. Einerseits, dass die Kleinen und Großen im Land, Bürger und Firmen, Familien wie auch Belegschaften an das Leid anderer denken und gespendet haben. Und andererseits, dass so viel Unterstützung für Notleidende zusammen gekommen ist. Unbürokratisch.






