Paderborner Brüderkrankenhaus richtet Verabschiedungsraum ein
Der Tod gehört dazu
Paderborn. Das Sterben gehört zum Leben im Krankenhaus dazu. Das Brüderkrankenhaus St. Josef in Paderborn entwickelt deshalb seit vergangenem Jahr eine Leitlinie zum Umgang mit Sterbenden. Zudem hat das Krankenhaus einen Verabschiedungsraum eingerichtet, in dem sich die Angehörigen abseits von der Hektik des Klinikbetriebs in Ruhe von ihrem Verstorbenen verabschieden können.
Walter B. ist um 10.25 Uhr im Brüderkrankenhaus St. Josef verstorben. Nachdem der Arzt den Tod festgestellt und die Schwester Herrn B. noch einmal pflegerisch versorgt hat, haben die Angehörigen die Gelegenheit, Abschied zu nehmen. Dabei steht ihnen ein Krankenhausseelsorger zur Seite, der sie ermutigt, ihren Toten zu berühren oder ihm noch etwas Liebes mit auf seinen letzten Weg zu sagen. Auf Wunsch wird gebetet und der Verstorbene gesegnet. Anschließend wird der Verstorbene bis zum Eintreffen des Bestatters in den Verabschiedungsraum gebracht. Auf dem weißen Laken, der den Toten ganz bedeckt, liegt eine Rose als Zeichen der Wertschätzung und der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, die die Kultur des Umgangs mit Sterbenden und Verstorbenen in dem christlichen Krankenhaus prägt.
„Die einfühlsame Begleitung Sterbender, die würdevolle Versorgung Verstorbener und die Unterstützung deren Angehöriger ist uns als christliches Krankenhaus ein großes Anliegen“, erklärte der stellvertretende Hausobere Elmar Marx. Deshalb hat 2009 unter seiner Leitung eine Arbeitsgruppe im Brüderkrankenhaus damit begonnen, die Kultur des Umgangs mit Sterbenden, Verstorbenen und deren Angehörigen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Erste Ergebnisse dieses intensiven Prozesses sind eine Leitlinie zum Umgang mit Sterbenden sowie ein Pflegestandard zur Versorgung Verstorbener, der nun konkret im Arbeitsalltag umgesetzt werden soll.
Zur Begleitung dieses Umsetzungsprozesses hat das Krankenhaus ein Schulungsprogramm unter dem Motto „Sterben ist Leben“ gestartet, an dem in diesem Jahr etwa 300 Mitarbeiter aus Medizin, Pflege und Therapie teilnehmen werden. „Die Umsetzung der Arbeitsgruppenergebnisse und die Qualifizierung unserer Mitarbeiter soll nicht nur die Versorgung der Sterbenden verbessern, sondern auch zur Entlastung der Kolleginnen und Kollegen beitragen“, erklärte Elmar Marx.







