Schwerter pilgerten gemeinsam zum Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel
„Darum sind wir Christen“
Schwerte/Bochum. Rund 160 Menschen kamen bei der Schwerter Wallfahrt auf unterschiedlichen Wegen im Zisterzienserkloster in Bochum-Stiepel zusammen. Unterwegs im Zeichen Mariens machten sich die Schwerter Katholikinnen und Katholiken mit dem Fahrrad, auf Schusters Rappen oder mit dem Auto auf den Weg. So unterschiedlich die Teilnehmer, so unterschiedlich die Wege.
„Es ist eben wie im Leben, mal geht es rauf, mal runter. Mal führen die Pfade durch Unterholz, mal durch milde Wiesen mit weitem Horizont“, fasste ein Pilger seine Gefühle unterwegs zusammen: „Nicht immer ist der bequemste Weg der sinnvollste und die Aussicht auf ein gutes Ziel erleichtert die Strapazen des Weges.“ Sei es nun mit tieferen Bedeutungen überlagert oder einfach die Freude an der Gemeinschaft – am Ende bleibe eine Gewissheit: „In guter Gemeinschaft geht jeder Weg einfacher.“
Gerade für die Schwerter Firmbewerberinnen und Firmbewerber stand ein gutes Stück Selbstüberwindung an. „Freiwillig 18 Kilometer an einem Samstagmorgen beginnen und bis zum Abend unterwegs sein? Du lieber Himmel, was hat das denn mit Glauben zu tun? Ich will doch nur gefirmt werden?“ Den älteren Teilnehmern geht bei dieser Bemerkung ein Schmunzeln über die Lippen. Wohl niemand hat vergessen, wie es war, als man selbst am Anfang des Weges stand.
„Warum tun wir dies? Warum nehmen wir die Strapazen auf uns?“ Diese Fragen standen bei Gesprächen unterwegs immer wieder im Mittelpunkt: Gegenseitiges Befragen und Kennenlernen begleitete den Weg der Pilgergruppen. Kleine Aufgaben und die Stationen am Bethaus im Muttental und an der Ruhr – mit den Schachtzeichenballons im Hintergrund, warteten auf die Wallfahrer. Sie sorgen für Austausch und lebendiges Hinterfragen.
„Genau darum leben wir, darum sind wir Christen!“, erklärte eine Pilgerin ihre Teilnahme: „Uns fordern und besinnen, uns austauschen und miteinander abgleichen, in stillen Schritten nur die Landschaft genießen und dankbar sein diese Bewegung mit jeder Faser zu genießen. Wie schön, wie anstrengend, wie lebendig!“ Gut, dass im Pilgersaal wieder ein leckeres Buffet bereitstand und die Klosterbrüder sich gastfreundlich wie immer zeigten. Höhepunkt wie in jedem Jahr war der Gottesdienst in der Klosterkirche von Stiepel, die mit ihrer kühlen und hellen Atmosphäre zum ruhigen Ankommen einlud.
Pfarrer Peter Iwan führte kundig in das Leben Mariens ein, erzählte in kleinen Geschichten von der Kraft des Rosenkranzes, den jeder Pilger als kleines Geschenk des Pastoralverbundes mit nach Hause tragen durfte. Laut klangen die Lieder und mit den anonymen Wünschen der Firmbewerber und übrigen Pilger gingen zwei besondere Tage zu Ende.
Der tosende Beifall am Ende des Gottesdienstes zeigte: „Schön war es, wir sind alle gut aufgehoben, bei Freunden, in der Gemeinde und bei der Muttergottes!“







