Aktuelle Ausgabe
2012-20

NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann zu Besuch im Jugenddorf Petrus Damian in Warburg

Damit das soziale Netz trägt

In der „MuKi“-Gruppe: Melanie und Tochter Antonia emfpangen Minister Karl-Josef Laumann mit einem Blumenstrauß.Fotos: Wamers

Warburg. Anpacken, das kann NRWs Sozialminister und Bauernsohn Karl-Josef Laumann. „Jetzt alle anpacken und straff ziehen“, forderte Elmar Schäfer, pädagogischer Leiter des Jugenddorfes Petrus Damian, die Gäste samt Minister auf. In der Turnhalle der Warburger Jugendhilfe-Einrichtung trat Bewohner Danny zum Balance-Akt über das straff gespannte Netz aus Knoten, Seilen und Schlaufen an. Leicht wankend, mal die Politiker-Schulter als Stütze nutzend, aber stets mit dem Ziel vor Augen, setzte Danny zaghaft Schritt für Schritt über das dünne Seil. Ein symbolischer Balance-Akt: Nur gemeinsam kann das soziale Netz der Gesellschaft tragen. Danny hat diesen Balance-Akt geschafft– ohne Absturz.

von Sandra Wamers

Im Warburger Jugenddorf Petrus-Damian gibt es über 100 Bewohner wie Danny, die ein soziales Netz brauchen, um ihren Weg ins Leben zu finden. Wie diese Wege aussehen können, das hat jetzt Sozial- und Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) beim Rundgang durch die Einrichtung erfahren. „Schwer beeindruckt“ hat dem Minister die „MuKi“-Gruppe. „Das ist eine sehr gute Einrichtung, die jungen Müttern Mut macht, dass es auch mit Kind klappt“, lobte Laumann die pädagogische Arbeit.
Die „MuKi“-Gruppe ist die Mutter-Kindgruppe des Jugenddorfs. Melanie und ihre dreijährige Tochter Antonia lernen dort, das Leben als kleine Familie zu meistern. In der neunten Klasse war Melanie schwanger geworden und bis zehn Tage vor der Geburt zur Schule gegangen. Mit der Geburt begann der Stress zu Hause. Melanie zog aus in die eigene Wohnung – aber Schule, Haushalt, Finanzen und das Kind wurden der jungen, alleinerziehenden Mutter zuviel. Eine Entscheidung stand an: Entweder musste Melanie ihre Tochter in eine Pflegefamilie geben oder in die Mutter-Kind-Gruppe einziehen. „Mein Kind ist mein ein und alles“, sagte Melanie. Damit war der Einzug in die „MuKi“-Gruppe besiegelt. Ein guter Schritt in eine selbstständige Zukunft: „Ich habe meinen Schulabschluss geschafft und bin jetzt in der Ausbildung zur Klein- und Zierpflanzengärtnerin“, sagte Melanie mit Antonia auf dem Arm. Melanie hat den Sprung ins Arbeitsleben geschafft.
„Es klappt auch mit Kind“, sagte Karl-Josef Laumann. Gerade junge Schwangere und alleinerziehende Mütter liegen dem Arbeitsminister am Herzen. Laumann will sich für die Frauen, Kinder und Ungeborenen stark machen und das ganz praktisch: „Es gibt Teilzeitjobs, also kann es auch Teilzeitausbildungen geben, die halbtägig, dafür über einen längeren Zeitraum erfolgen.“ Für dieses Ausbildungsmodell will Laumann Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds beantragen, damit jungen Frauen der Start ins Arbeitsleben ermöglicht wird– trotz Kind. „Auch in Hinblick auf dem Paragrafen 218 wollen wir den Schwangeren Mut machen“, betonte der Christdemokrat in Warburg.


18.05.2012
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