Aktuelle Ausgabe
2012-20

Wie sich die christlichen Kirchen auf dem NRW-Tag in Hamm präsentieren wollen

Bibellesung mit dem „Landesvater“

Gemeinsam unterwegs: Mit diesem Motto und gemeinsamen Logo treten die christlichen Kirchen auf dem NRW-Tag in Hamm.

Hamm. Mehrere Hunderttausend Gäste erwartet die Stadt Hamm, wenn vom 26. bis 28. Juni der Nordrhein-Westfalen-Tag gefeiert wird. Zum Landesgeburtstagsfest will sich die Stadt in ihrer ganzen Bandbreite präsentieren. Und auch die christlichen Kirchen Hamms nutzen die Chance, sich und den Glauben ins Bewusstsein der Besucher zu bringen. Unterstützung kommt dazu auch vom Landesvater Jürgen Rüttgers.

von Birger Berbüsse

Der NRW-Tag in Hamm ist der dritte dieser Art, aber der erste, auf dem die Kirchen einen solchen ökumenischen Auftritt haben. „Wir treten im Juni als christliche Kirchen gemeinsam und bewusst auf“, bestätigt Pfarrer Bernhard Mönkebüscher. Die Frage hätte bei den Planungen der Steuerungsgruppe, zu der jeweils drei Katholiken und drei Protestanten gehört hätten, ohnehin nie im Raum gestanden, fügt der Leiter der Pastoralverbünde Hamm-Mitte und -Osten hinzu. Was auch sein evangelischer Kollege Pfarrer Dr. Tilmann Walther-Sollich vom Kirchenkreis Hamm bestätigt: „Die Bereitschaft war von Anfang an groß, auf dem NRW-Tag ökumenisch aufzutreten.“
Von ihrem Mitwirken auf dem Landesgeburtstag erhoffen sich die zwei Geistlichen sehr viel: „Die Kirchen wirken stark in die Gesellschaft hinein, und das wollen wir den Menschen zeigen“, fasst Pfarrer Mönkebüscher zusammen. „Es soll den Besuchern bewusst werden, was wir in großer Vielfalt zum Gelingen der Gesellschaft beitragen“, ergänzt Pfarrer Walther-Sollich. Eine erste Chance dazu gibt es gleich am Samstag, 27. Juni, um 10 Uhr beim zentralen ökumenischen Eröffungsgottesdienst in der Paulus-Kirche, an dem auch Ministerpräsident Jürgen Rüttgers teilnehmen wird.
Direkt im Anschluss findet dann auf dem Marktplatz die offizielle Eröffnung des NRW-Tages statt. Der lockt die erwarteten Besuchermassen mit insgesamt 15 Bühnen, vielen bekannten Musikgruppen und Sängern, einer Ausstellung des größten Fahrzeugmuseums Nord­rhein-Westfalens, dem Markt, einer Sport- und Wasserwelt sowie „Technik zum Anfassen“.
Inmitten all dieses weltlichen Trubels hoffen die Kirchen unter dem Titel „Christen in Hamm – gemeinsam unterwegs“ die Menschen auch spirituell zu erreichen. Dazu konzentrieren sie sich auf drei Standorte: In der Franziskanerstraße stellen sich die verschiedenen Dienste von Caritas und Diakonie vor. Dazu wollen sie Informationsstände aufbauen und die NRW-Tag-Besucher mit Mitmachaktionen auf ihre verschiedenen Angebote aufmerksam machen.
Zweiter Standort ist die evangelische Luther-Kirche. Dort gibt es Kaffee und Kuchen, eine Kunstausstellung sowie einen „Schwartengarten“. Für ihn sollen 500 Holzscheite bemalt, mit Segenswünschen versehen und dann um die Kirche herum aufgestellt werden. Am Samstag, 27. Juni, wird um 19 Uhr ein ökumenisches Abendgebet stattfinden.
Ein zweites Abendgebet kann am Sonntag, 28. Juni, zur gleichen Zeit in der katholischen St.-Agnes-Kirche besucht werden. „Sie ist das spirituelle Zentrum unseres Auftritts“, sagt Pfarrer Mönkebüscher über das Gotteshaus. Weil es nicht direkt im Zentrum des Veranstaltungsgebietes liege, sei die Geräuschkulisse nicht so hoch, sodass in Ruhe gebetet werden könnte. Stärken können sich die Gläubigen dort im Weltcafé mit Kuchen des BDKJ und fair gehandeltem Kaffee. Von 11 bis 16 Uhr finden zudem jeweils zur vollen Stunde Bibellesungen statt, die sich thematisch am Sonnengesang von Franz von Assisi orientieren. Dazu konnten neben Gemeindemitgliedern auch Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann und sogar Ministerpräsident Jürgen Rüttgers gewonnen werden. „Ihm war es ein großes Anliegen, dass die Kirchen sich an diesem Tag beteiligen“, freut sich Pfarrer Mönkebüscher über diesen prominenten Unterstützer.


18.05.2012
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