Aktuelle Ausgabe
2012-20

Im Dekanat Unna startet ein neues Angebot für die Erwachsenentaufe

Begleiter auf dem Weg zum Glauben

Gemeinsam haben sie den richtigen Weg gefunden: Martina Bartmann (3. v. l.) und Jana Hansen (2. v. r.) haben sich in Holzwickede auf die Taufe vorbereitet. Begleitet wurden sie von Gaby Ermeling (l.) und Pfarrer Josef Eickhoff (r.). Nach den positiven Erfahrungen mit dem „Holzwickeder Model“ wird das Projekt jetzt im ganzen Dekanat Unna angeboten. Zuständig ist Dekanatsreferent Edgar Terhorst (2. v. l.).Foto: Wiedenhaus

Dekanat Unna. Der Weg zum Glauben oder zurück zum Glauben – vielen Erwachsenen fällt er schwer. Oft fehlt die Begleitung, manche Fragen bleiben unbeantwortet. Im Dekanat Unna ist jetzt eine Initiative gestartet, die sich an Erwachsene, die nach der Taufe fragen, wendet. Gemeinsam in einer Gruppe soll der Weg zum Glauben Schritt für Schritt zurückgelegt werden, sodass niemand dabei „auf der Strecke bleibt“.

von Andreas Wiedenhaus

„Es passte perfekt zusammen“, sind sich alle am Projekt Beteiligten im Rückblick auf die Vorbereitung einig. Den Stein ins Rollen brachten zwei junge Frauen aus Holzwickede, die sich taufen lassen wollten. Sie trafen auf Pfarrer Josef Eickhoff – und damit auf genau den Richtigen: „Seit meinem Studium interessiere ich mich besonders für das Katechumenat für junge Erwachsene.“ Vor einigen Jahren gehörte der Seelsorger zu einem Kreis, der im Auftrag des Generalvikariats Schritte, Methoden und Inhalte für ein Erwachsenen-Katechumenat in der Gruppe entwickeln sollte.
Nach seiner Pensionierung kann er sich nun solchen speziellen seelsorglichen Aufgaben widmen. Schließlich stieß noch Gaby Ermeling aus Unna-Königsborn hinzu. Die Religionspädagogin wollte sich als ehrenamtliche Taufbegleiterin engagieren. Die Erste, die den Weg zur Taufe in Begleitung ging, war Martina Bartmann: „Ich wurde als Kind nicht getauft und auch nicht religiös erzogen. Als es darum ging, ob mein Kind getauft werden sollte, stellte ich mir selbst die Frage nach der Taufe und entschloss mich schließlich dazu.“ Im November 2007 begann die Vorbereitung. „Eine ganz tolle Zeit“, sagt Martina Bartmann heute im Rückblick. Keine Frage sei offen geblieben bei den regelmäßigen Treffen: „Ohne die Begleitung hätte ich das sicherlich nicht geschafft.“ Jana Hansen zieht eine ähnliche Bilanz. Ein Jahr später hatte sich die heute 26-Jährige auf den Weg gemacht: „Ich brauchte einfach ein Fundament für mein Leben und die vielen Fragen, die sich auch in meiner Arbeit mit Jugendlichen stellten.“ Die Diplompädagogin arbeitet in einem Kinderheim. Schließlich sind beide in der Kirche „angekommen“.
Ein Schritt, der auch, so die beiden Frauen, von Freunden, Bekannten und Verwandten mit Respekt betrachtet wird. Was in Holzwickede entstand, bezeichnen die Verantwortlichen heute als „Pilotprojekt“. Nachdem es so erfolgreich war, wird das Modell jetzt als Angebot auf das gesamte Dekanat Unna ausgeweitet. „Rund ein halbes Jahr soll die Vorbereitung dauern“, erläutert Dekanatsreferent Edgar Terhorst, „zwischen September oder Oktober bis zum Mai.“ Höhepunkt können die Taufe in der Osternacht sein. Ausgangspunkt des gemeinsamen Weges seien die Wünsche und Interessen, derjenigen, die sich taufen lassen wollen.
Alle zwei Wochen, so Terhorst, solle es dann regelmäßige Treffen abends geben. Themen seien etwa das Christsein, die Bibel, Gebete, Traditionen oder Gottesdienste. Terhorst: „So, wie es in den Kursen in Holzwickede abgelaufen ist.“
Dabei, das stellen sowohl Begeleiterin Gaby Ermeling und Pfarrer Eickhoff fest, seien die Rollen in den Gruppen keineswegs vorgegeben: „Es geh nicht um Lehrer auf der einen und Lernende auf der anderen Seite.“ Es sei eher ein Lernen voneinander, das allen Beteilig­ten viel bringen könnte.


18.05.2012
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