Muslime zu Gast bei der Katharinengemeinde in Unna
Beginn eines interreligiösen Dialoges
Unna (nü). Es war ein ungewohntes Bild in der Katharinenkirche in Unna: Weit mehr als 50 Muslime nahmen am Sonntagsgottesdienst zum Patronatsfest der Gemeinde teil. Zum einen war es der Abschluss einer Begegnungsreihe von Christen und Muslimen. Zum anderen handelte es sich um junge Muslime, die als Moscheeführer ausgebildet werden.
„Wir möchten, dass die Religionen sich kennenlernen“, sagt Rolf Plogmann vom Caritasverband, der die Begegnung organisierte. An vier Abenden hatten sich Katholiken und Muslime getroffen, um mehr über die Religion des anderen zu erfahren. So waren die Christen zuvor beim Abendgebet in der Moschee. Durch die Gottesdienstteilnahmen sollten alle „die Normalität des Glaubens“ erfahren.
Nach der hl. Messe ging es ins Detail. „Was ist das für ein Schrank, in dem das Brot aufbewahrt wird?“, wollte ein Teilnehmer wissen. „Ich höre schon mal, dass der Papst jemanden heilig spricht. Wie geht das?“, fragte eine junge Muslima. Bereitwillig beantwortete Pfarrer Georg Birwer diese und andere Fragen der Gäste.
Den ganzen Tag über waren zusätzlich junge Muslime in St. Katharina. Sie werden als Dialogbeauftragte und Moschee-Führer ausgebildet und lernen in Laufe ihres Seminars auch andere Religionen kennen. „Moschee-Besucher fragen manchmal auch nach anderen Religionen“, begründete Seminar-Leiter Mehmet Soyhun den Besuch bei den Katholiken.
„Am Anfang“, so berichtet Plogmann, „gab es Berührungsängste, auch auf islamischer Seite.“ Durch die Begegnung sei jedoch klarer geworden, welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede es gebe. Die Caritas will den Weg der interreligiösen Treffen weitergehen – im nächsten Jahr mit der jüdischen Gemeinde.
Ein Anfang des Dialogs jedenfalls ist gemacht. Wie sagte doch Mehmet Soyhun nach dem Gottesdienst: „Ich reiche Ihnen die Hand des Friedens!“







