Aktuelle Ausgabe
2012-5

Dringenberger Lehrerin unterstützt Kinder und Jugendliche in Südafrika

Begegnungen voller Hoffnung

Edeltraud Parensen hat ihr Herz an die südafrikanischen Jugendlichen verloren.Foto: privat

Dringenberg. Bei ihren Kindern und Jugendlichen im südafrikanischen Zululand lernte die Dringenberger Lehrerin Edeltraud Parensen die Kraft der Hoffnung kennen. 

von Richard Schleyer 

„Die sind so voller Hoffnung. Und die haben noch Träume!“ Voll Begeisterung erzählt Edeltraud Parensen von ihren Begegnungen und Gesprächen mit jungen Menschen im Südafrika. Die Grundschullehrerin aus Dringenberg im Kreis Höxter ließ sich früher pensionieren, um möglichst oft in ihr geliebtes Zululand aufbrechen zu können. Dort hat sie eine Behindertenschule und einen Kindergarten mit aufgebaut und will mithelfen, jungen Menschen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Sie bewundert deren unbekümmerte Zuversicht. „Die haben kein Strom in ihrer Lehmhütte, kein Geld in der Tasche, nicht einmal ein sauberes Hemd zum Anziehen. Aber den festen Vorsatz, irgendwann einmal Elektrotechnik zu studieren.“  Und an solchen Zielen halten diese Jugendlichen fest, mag ihr Alltag auch noch so armselig sein. Und zeigen sich dabei ungeheuer flexibel. Mit einem Stückchen Stacheldraht reparieren sie Handys, aus Schrott basteln sie Spielzeug und Zukunftssorgen vertreiben sie mit Tanzen und Singen. Dieser ungebremste Optimismus, dem die jungen Menschen dort ausstrahlen, motiviert die Pädagogin, hierzulande über ihren Verein „Yebo Zululand“ möglichst viele Mittel aufzutreiben, damit wenigstens manche Zukunftspläne sich realisieren lassen.

Jedesmal freue sie sich, wieder nach Südafrika zu kommen, gesteht Frau Parensen; schwer falle es ihr nur, sich zu Hause wieder einzugewöhnen. „Dort stecken die Menschen größte Schwierigkeiten mit einem Lächeln weg. Und bei uns werden Kleinigkeiten zu Problemen aufgebauscht.“ Ein solches naives und natürliches Gottvertrauen, wie Zulus und andere Schwarzafrikaner es an den Tag legten, sei im aufgeklärten Europa kaum mehr möglich, meint die Lehrerin. Dort leben die Menschen noch direkt aus der Vorsehung Gottes. Rückschläge werden gelassen hingenommen. Selbst der Tod engster Angehöriger erscheint als eine selbstverständliche Alltagsgegebenheit. 

Wo aber alte afrikanische Traditionen der Zukunft ihrer Schützlinge entgegensehen, wird die sonst feine und einfühlsame Pädagogin rebellisch. So hat sie dem Brauch des Brautpreises den Kampf angesagt. Bischöfe und befreundete Ordensschwestern spannt sie dafür ein, so manchen stolzen Zulu-Eltern hat sie schon heftig den Kopf gewaschen. Den Gegenwert von sieben Kühen beträgt der normale Brautpreis. Das bedeutet für junge Männer mehr als zwei Jahresgehälter. Die Jungen müssen zudem, wenn sie überhaupt Arbeit finden, ihre eigenen Familien noch unterstützen. Daher bleibt der Brautpreis oft unerschwinglich. Die jungen Leute finden aber doch zueinander. Über 70 Prozent aller Kinder werden in Südafrika inzwischen unehelich geboren und wachsen nur bei der Mutter oder den Großeltern auf. Dazu fordert die Aids-Seuche viele Opfer unter den jungen Menschen. „Eine ganze Generation muss ohne richtige Familie aufwachsen und verliert ihre Wurzeln“, befürchten viele gutmeinende Beobachter und Missionare, erklärt Edeltraud Parensen. Früher hatte der Brautpreis den Sinn, einer Familie die verlorene Arbeitskraft zu ersetzen. Heute erhalten die Alten eine Rente. „Damit verliert der Brautpreis seinen sozialen Sinn“, meint Frau Parensen. Lediglich des Familienprestiges wegen werde an ihm festgehalten. Und manche Männer meinten dann, ihre Frau müsse ihnen so zu Diensten sein wie ein gekauftes Auto. „Die Frauen sorgen für die Familien und die Männer wollen genießen und bestimmen.“ Aber junge Leute, und dafür setzt Edeltraud Parensen sich ein, sollen die Chance erhalten, dass es bei ihnen anders wi

 

 


04.02.2012
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