In der Belecker Propsteikirche gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal eine Adventskrippe
Auf dem Weg zur Weihnacht
Warstein-Belecke. „Wir wollten ganz sicher nicht Weihnachten vorziehen“, erinnert sich Beleckes Pfarrer Markus Gudermann schmunzelnd an Reaktionen auf die Ankündigung, eine Adventskrippe in der ehemaligen Propsteikirche St. Pankratius aufzubauen. Die Krippenbauer der Pfarrgemeinde hatten wohl die vielen zu früh dekorierten Schaufens-ter vor Augen, als sie von der Idee hörten. Doch Pfarrer Gudermann und Gemeindereferentin Reinhild Schramm konnten die fleißigen Helfer für ihre Sache überzeugen.
von Dirk Lankowski
Bevor das neue Kirchenjahr am 1. Advent starten konnte, wurde bereits das Gerüst für die große Krippe aufgebaut. Dann kam Initiatorin Reinhild Schramm zusammen mit Luzie und Alfred Heine, Susanne Lehmenkühler sowie Maria Friederizi an die Reihe, sie gestalteten die Vorgeschichte zu Christi Geburt an jedem Wochenende neu. Die Idee zur Adventskrippe kam eher spontan: „Wir hatten überlegt, etwas besonderes in der Adventszeit zu machen“, so Gemeindereferentin Schramm, da sei man auf die „Adventskrippe“ gestoßen.
Nicht etwa die Reise von Maria und Josef nach Bethlehem sei die Vorlage gewesen, sondern die vier Sonntags- evangelien des Advents – von den Zeichen, die die Wiederkunft des Messias verkünden, über den Rufer in der Wüste namens „Johannes der Täufer“ bis zum Lobgesang Marias. „Der erste Adventssonntag war für alle Gottesdienstbesucher eine Überraschung – wir haben das einfach mal ausprobiert“, erklärt Reinhild Schramm. Direkt im Gottesdienst, zufällig war Familiengottesdienst, kam Pfarrer Gudermann die Krippe zur Hilfe. Denn das Evangelium (Lk 21,25-28.34-36) ist „eher abstrakt“, wie Markus Gudermann erklärte. So hielt er die Katechese mit den Kindern an der Adventskrippe, die sichtlich begeistert zuhörten und alles genau unter die Lupe nahmen. „In einer multimedialen Gesellschaft brauchen wir Dinge zum Sehen und Anfassen“, freut sich Pfarrer Gudermann über die Unterstützung.
So waren es am ersten Adventssonntag noch geheimnisvolle Zeichen wie Sonne, Mond, Sterne und das tobende Meer in Miniaturformat, während am zweiten Adventswochenende die erste Person ins Spiel kam. Johannes der Täufer wurde von seinem Podest im Sakralmuseum abgeschraubt und in die Pfarrkirche umgesiedelt – mit aller Vorsicht, denn die Statue kommt aus dem 17. Jahrhundert.
Fast wie zu Hause hätte sich die biblische Figur Johannes fühlen können, denn als Wüstengrundlage dienten ein weißes Tuch und paar Eimer Sand, die die Adventskrippe in eine karge Landschaft verwandelten, in der laut Evangelium eine Stimme rief: „Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Straßen!“ Dieser kurze Vers und an jedem Sonntag der aktuelle Text aus dem Evangelium lagen in der Krippe, damit jeder Besucher in der Kirche die Vorgeschichte zu Weihnachten nachempfinden konnte. Von Weihnachten war jedoch noch nichts zu spüren. Bewusst „karg“ gestaltete das Aufbauquartett das Geschehen rund um den Stall von Bethlehem mit der noch leeren Krippe. Der Blick sollte auf das Wesentliche gelenkt werden: Die Ankunft Christi.
Erst wenige Tage vor Weihnachten stand der Umbau zum Weihnachtsgeschehen auf dem Programm. Aus der Wüste sind grüne Wiesen mit Hirten und ihren Schafen geworden und die Krippe erstrahlt in hellem Glanz.







