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2012-20

Kommentar

Alles nur gedopt

In einem Interview hat jetzt Reiterlegende Ludger Beerbaum zugegeben, den Rahmen der Leistungssteigerung bei seinen Pferden über Medikamente immer ausgereizt zu haben. Damit spricht ein Reiter erstmals offen über Doping.

Christian Schlichter (45) ist Chefredakteur des DOM

Wer ist eigentlich so naiv zu glauben, Leistung lasse sich immer weiter steigern? Selbst bei einer Maschine gibt es Grenzen. Doch bei Mensch und Tier werden diese beim Blick in die Sporttabellen nicht akzeptiert.
 So darf es nicht verwundern, dass neben den Radsportlern nun auch die Reiter auspacken. Das Geständnis von Ludger Beerbaum, „erlaubt ist, was nicht gefunden wird“ zeigt deutlich, welche Methode im Sport angesagt ist. Es geht knallhart um Leistung. Die will der Zuschauer, die bezahlt der Sponsor. Nur wer schneller, besser ist, landet auf dem Siegertreppchen. Darum geht es doch letztlich.
Wenn die Leistung nicht aus einem Formel-1-Auto kommt, dann muss eben das lebende Material verbessert werden. Anabolika sind dabei das kleinste Mittel, gedopt wird im Fußball, Leichtathletik, im Wintersport und sogar beim Surfen. Wenn die eigene Leistung nicht reicht, wird nachgeholfen.
Kein Wunder, dass der Mensch, wenn er sich selbst so behandelt, gleichermaßen auch mit den Kreaturen umgeht. Schweinemast, Rinderzucht, Pferdesport, da gibt es keinen großen Unterschied. Wenn nicht genug Milch aus dem Euter kommt, bleibt es nicht allein beim Kraftfutter. Wenn ein Schwein zu langsam fett wird, muss nachgespritzt werden. Auch ein Pferd lässt sich auch auf die Sprünge dopen. Ob das so gemeint war mit Gottes Schöpfung? Oder ob uns der eigene Leistungsgedanke pervertiert.


18.05.2012
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