Gymnasium St. Xaver verabschiedet Abiturienten mit vielen „Einsern“
Agenda 2010 geschafft
Bad Driburg. Die Abiturienten des Jahres 2010 am Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg wurden jetzt mit einer Feier verabschiedet. Es war ein guter Jahrgang. Denn vor der Verteilung der Abiturzeugnisse verwies Schulleiter Dr. Peter Kleine auf die große Anzahl der Abiturienten, die eine Durchschnittsnote mit einer Eins vor dem Komma erreicht haben, was „beileibe keine Selbstverständlichkeit ist“. Namentlich herausgestellt wurde Mathias Gottschlag, der den außergewöhnlichen Abiturdurchschnitt von 1,0 erreicht hat.
Vor dem Festakt feierten die Abiturientinnen und Abiturienten gemeinsam mit dem Schulseelsorger Prälat Michel einen festlichen Gottesdienst in der farbenfroh ausgestalteten Kirche des St. Xaver.
Bei der Festversammlung in der Aula des Gymnasiums zeigte sich Hermann Stenau, stellvertretender Schulleiter, die, erfreut darüber, dass alle hundert zu den Prüfungen angetretenen Schülerinnen und Schüler erfolgreich waren – viele von ihnen mit ausgezeichneten Leistungen. Zugleich drückte er auch sein Bedauern darüber aus, dass das St. Xaver so viele kreative und engagierte Schüler verliert.
Als Vertreter des Schulträgers überbrachte Edmund Hermwille, Leiter der Abteilung Katholische Schulen in freier Trägerschaft beim Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn, die Glück- und Segenswünsche des Erzbischofs.
Pastor Dr. Arnulf Vagedes sprach für die katholischen Gemeinden im Umkreis. In der ihm eigenen tiefgründig-humorigen Art trug er Kritisches und Nachdenkliches zum aktuellen Thema Einheitsschule vor. „Die Gleichheit ist eine gefährliche Sache und ist nicht mit der Methode Rasenmäher oder Dampfwalze zu realisieren“, so Vagedes.
Burkhard Deppe, Bürgermeister der Stadt wies auf die günstigen beruflichen Aussichten der Abiturienten hin, die sich aus der demografischen Entwicklung ergäben. Allerdings müssten die Abiturienten damit rechnen, dass die Gesellschaft ihnen auch mehr und längere Arbeitszeit anbieten werde.
Für die Abiturientia traten Niklas Schäfers, Julian Lausen und Marina Hagemeier ans Rednerpult. Sie erinnerten an einige Höhepunkte ihrer Schulzeit und bemühten dabei ausgiebig die Fußball-WM-Metaphorik. Im Namen ihrer Mitschüler bedankten sie sich bei ihren Jahrgangsstufenleitern „Teamchefin“ Angela Kellersohn und „Teamchef“ André Hänsch sowie beim Oberstufenkoordinator Antonio Burgos für die engagierte und die ebenso geduldige wie verständnisvolle Betreuung in den letzten drei Jahren.
Gedanklich anknüpfend an den französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry, der in seinen Werken die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer geweckt habe, betonte Schulleiter Kleine, dass es nach dem Abschluss der Schullaufbahn zwar notwendig sei, Antworten auf die Fragen nach den ganz praktischen Notwendigkeiten und künftigen Schritten des Lebens zu finden, doch sollte auch „über allem die ganz andere Frage schweben: Wonach sehne ich mich?“ Obgleich der Begriff oft missverstanden werde, benötige doch ein jeder Mensch Visionen. Eine Vision motiviere, wecke neue Kräfte, leiste einen Beitrag zur Vermenschlichung der Gesellschaft und gebe Orientierung für das Handeln.
Derartige Visionen oder Lebensentwürfe, die der amerikanische Unternehmensberater Lance Secretan gar als heilig ansehe, lassen Fragen aufkommen wie: „Ist das, was ich tue, gut für die Menschen? Ist es gut für mich? Erfüllt meine Arbeit, die ich verrichte, andere mit Freude? Gewinne ich, ohne dass ein anderer verliert?“ Kleine wünschte den Abiturienten bei den künftigen Planungen, sich diese visionäre Kraft zu bewahren, die „Arbeit und Lebensgestaltung als spirituelle Aufgabe zum eigenen und dem Wohle Anderer zu verstehen“.






