Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kulturelles Ereignis für Eltern und Kinder in Hagen-Hohenlimburg

50 Jahre Martinsumzüge organisiert

Der Höhepunkt des Umzuges: St. Martin teilt den Mantel.

Hagen. „Man muss nicht Martin heißen, um im Martinskomitee von St. Bonifatius in Hohenlimburg mitzuwirken“, betonen Martin Haurand, Martin Hankeln und Martin Wiegmann. Sie verweisen auf den Sprecher der Gruppe, Stefan Welzel. Seit der Jahrtausendwende haben die vier nach und nach die Organisation des Martinszuges von den Männern um Hubert Schaub übernommen. In diesem Jahr soll es der 50. Umzug sein.  

von Meinolf Steinhofer 

Die Älteren sind sich nämlich nicht sicher, ob die Veranstaltung nicht in einem Jahr ausgefallen ist. In diesem (Jubiläums-)Jahr wäre es dann doch beinah passiert. Polizei und Feuerwehr hatten dem Martinskomitee geraten, wegen der Sturmwarnung nicht, wie in den Jahren zuvor, zum Feuer auf die Lennewiesen zu ziehen. So wurde die Veranstaltung kurzfristig in die Bonifatiuskirche verlegt.

Von diesen und anderen Schwierigkeiten können die Aktiven eine Vielzahl von Geschichten erzählen. Zum Beispiel, dass jugendliche Witzbolde in einem Jahr am Vorabend den bereitgestellten Holzstapel angezündet hatten. Rechtzeitig bemerkt, konnte allerdings für Ersatz gesorgt werden. Von einer weiteren Panne berichtete Karl Friedrich Lueth, der erste Martinsreiter: auf dem Weg zu den Lennewiesen war in einem anderen Jahr der notwendige Martinsmantel verloren gegangen. Die Veranstaltung wäre geplatzt, hätten die Organisatoren nicht bereits vorgesorgt. Auf dem Gelände, wo der Mantel mit dem Bettler geteilt werden sollte, lag bereits Ersatz.

Auch das Geheimnis, wie man mit einem Holzschwert den Mantel teilt, wurde bei einer Presseveranstaltung gelüftet: lediglich am Hals wird der Mantel durch einen Knopf zusammengehalten und hinten im Nacken hält ein Druckknopf die beiden Hälften. So kann der Reiter mit einem Ruck den Umhang in zwei Teile trennen und dem Bettler schenken. 

Bis die rund zweitausend Gäste das Spektakel im November bestaunen können, ist eine Vielzahl von Aktivitäten notwendig. Die Firma Bilstein muss angesprochen werden, ob sie auch wieder das Grundstück an der Lenne zur Verfügung stellt. Holz muss besorgt und auf das Gelände transportiert werden. Die Jugend der Feuerwehr wird angefragt, ob sie wieder die Begleitung neben dem Pferd übernimmt. Die „Großen“ der Feuerwehr werden nach ihrer Bereitschaft für die Feuerwache nach Abschluss der Veranstaltung gefragt. Da der Zug durch die Innenstadt und über eine Fahrbahnkreuzung erfolgt, müssen die Organisatoren die örtliche Polizei ansprechen.

Alle erhalten nach der Veranstaltung ein kleines Dankeschön. Auch eine Haftpflichtversicherung muss abgeschlossen werden. Das will alles finanziert sein. So gibt es seit Jahren einen Martinslosverkauf. Auch hier helfen Freiwillige. Bei Astrid Mattheus bedankte sich Stefan Welzel besonders; sie allein verkauft in den Wochen vor dem Umzug von den dreitausend Losen etwa ein Drittel. Und das seit etwa dreißig Jahren. Im Hintergrund bleiben die Frauen, die die Martinskleidung genäht haben und nach der Veranstaltung reinigen. Das erste geschichtliche Kostüm für den Reiter wurde in einem Kostümverleih besorgt, weiß Hubert Schaub noch. Die zweite Garnitur stammt aus dem Fundus des Hagener Stadt-thea-ter. Schwert, Schild und Helm sind das Ergebnis ebenfalls geschickter Ehrenamtlicher. So ist eine Vielzahl von Helfer/-innen im Einsatz, damit die Geschichte von St. Martin jedes Jahr lebendig nachgespielt werden kann.


18.05.2012
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