Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die St.-Ida-Stiftung in Hovestadt feierte ihr Jubiläum mit Weihbischof Matthias König

150 Jahre Dienst am Nächsten

Jubiläums­feier mit Gast aus Paderborn: Weihbischof Matthias König inmitten des Kuratoriums der St.-Ida-Stiftung und weiteren geistlichen Gästen.

Lippetal-Hovestadt. Einer alten Legende zufolge regnet es nie, wenn die heilige Ida nach draußen kommt. Dies bewahrheitete sich abermals bei der Feier des 150-jährigen Jubiläums der St.-Ida-Stiftung in Hovestadt. Und das war gut so, denn die Büste der Heiligen verträgt kein Wasser. Der Notfallplan, nach dem Ida die Prozession im Auto begleitet hätte, musste also nicht in die Tat umgesetzt werden.

von Birger Berbüsse

Zu Hause sind die Büste und die Reliquien der heiligen Ida in der Kirche im benachbarten Herzfeld. „Sie kommt nur zu ganz besonderen Anlässen heraus“, verrät Gerhard Krane schmunzelnd. Einen solchen hat der Vorstand der St.-Ida-Stiftung nun gefeiert. Diese besteht mittlerweile seit 150 Jahren.
Der Vorsitzende des Kuratoriums, Pastor Rolf Lohmann aus Herzfeld, nutzte daher seine Begrüßungsrede auch zu einem Blick in die Vergangenheit: „1851 schlossen Bürger aus Oestinghausen, Ostinghausen und Herzfeld einen Bund“, sagte Lohmann. Sie wollten in Hovestadt ein Krankenhaus als Werk der Barmherzigkeit bauen. Das Land für ihr Vorhaben bekamen sie vom ortsansässigen Grafen von Plettenberg. Vier Jahre später wurde der Grundstein gelegt, und im Juni 1859 feierte das Krankenhaus seine Einweihung. Diesen Tag wählte nun die St.-Ida-Stiftung, um ihr Jubiläum zu feiern. Sie betreibt das 1980 in ein Alten- und Pflegeheim umgewandelte Krankenhaus.
Dem hatten die Gründer schnell den Namen der heiligen Ida gegeben, die in der Gegend sehr verehrt wird. Sie gilt als „Mutter der Armen“ und „Frau der Nächstenliebe“. Bereits damals waren ihre Reliquien zur Gründungsfeier in Herzfeld erhoben und in einer Prozession zur kleinen Kapelle am gräflichen Schloss in Hovestadt überführt worden, von wo es dann weiter zum Krankenhaus gegangen war. Zum Jubiläum wurde dieser historische Gang nun wiederholt, wobei allerdings nur der zweite Teil der Prozession vom Schloss zum Altenheim gegangen wurde.
Nachdem der Herzfelder Domkapitular Rolf Dohmann dann die Anwesenden, begrüßt hatte, zog die Prozession zum 2002 komplett neu erbauten St.-Ida-Stift. Unter den hundert Gästen waren neben dem Lippetaler Bürgermeister Erhard Susewind und der gräflichen Familie zu Plettenberg auch Vertreter der sechs Gemeinden, die die Ida-Stiftung tragen. In der kleinen Kapelle vor dem Seniorenheim war für so viele Gäste gar nicht genug Platz, zumal zahlreiche der knapp hundert Bewohner die Messe mit dem Paderborner Weihbischof Matthias König mitfeiern wollten. Daher wurde das Pontifikalamt auch in den Franziskussaal übertragen.
In seiner Predigt prangerte Weihbischof König den starken Jugendwahn der Gesellschaft an, der die Alten immer mehr ausgrenze. „Doch dabei“, so hob König hervor, „tragen alte Menschen einen großen Schatz in sich: ihre Erfahrungen und Erinnerungen.“ Er verwies darauf, dass in der Bibel ein hohes Alter bedeutete, von Gott gesegnet zu sein. Die Würde des Menschen müsse in christlichen Krankenhäusern und Altenheimen bis zuletzt gewahrt bleiben. „Und dem weiß sich die St.-Ida-Stiftung seit 150 Jahren verpflichtet“, betonte der Weihbischof.
Deshalb sei auch die Kapelle vor dem Altenheim als geistlicher Mittelpunkt gewählt worden. Sie erinnere an die Haltung und Verpflichtung des Hauses und der Stiftung. In deren Leitbild sei bewusst Jesu Gebot „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ aufgenommen worden. Durch die Stiftung sei das Beispiel der Ida auch nach 1200 Jahren noch lebendig.


18.05.2012
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